Winder - Album 2019

Mit ihrem ersten Album «Blumenstein» haben sich Silberen spektakulär selber erfunden. Auf dem Nachfolger «Winder» haben sie nun zu sich gefunden. Dabei sind sie ganz einfach heimgekommen. Denn diese Combo hat die Ruhe und Gelassenheit derer, die wissen, was und wie sie es machen.

Im Zentrum von Silberen steht ihre wilde, pure Lust am Musizieren und Erzählen. Es ist eine Lust am Klingenlassen und Fabulieren. Gleichzeitig können sie aber auch genau hinhören, schauen und verweilen. Das bringt viel Abwechslung in ihre Lieder.

Mal tanzt und swingt die Musik, dann wieder begeistert sie mit Überraschung und Genuss. Selbst gefährliche Risse werden dabei mit freudigem Jubel übersprungen. 

Ein Text wie der von «Gspili» zum Beispiel lässt die meisten Rapper alt aussehen, und allein schon der Song «Es isch» hat – musikalisch ausgemessen – die Grösse des gesamten Schweizerischen Alpenraumes. So durchschreiten Silberen souverän ein musikalisches Universum, das uns mit unseren Vorfahren auf grandiose Weise verbindet. Dafür sei ihnen gedankt.

Die Songs von Silberen haben genügend Zeit, wo es diese braucht, sie atmen viel Erfahrung und führen in eine tiefe und fühlbare Dimension. Diese Lieder können erschüttern und befreien, sie können grooven und beklemmen. Je nach Ansicht und Einsicht. Es geht dabei um alte Erzählungen, die uns packen und manchmal bestürzen wie die nackte Gegenwart. Da gibt es Geschichten, die erschrecken wie ein Donnerschlag, und andere, die uns trösten wie die heilige Ewigkeit. 

Die Interpretationen dieser Lieder haben allesamt Bestand. Sie wurden vor lebenden Menschen auf Herz und Nieren live getestet und dann endlich für reif zum Aufnehmen befunden. Jetzt liegen sie vor. Viel Spass beim Hören!

Zu Silberen

Die prächtige Karstlandschaft, die sich über dem Muotatal als silberner Rücken dahinzieht, hat diesem Quartett seinen Namen gegeben.

Genau wie diese Karrenfelder birgt auch die Musik von Silberen ein inneres Höhlensystem, das nicht so leicht durchschaubar ist. 

Wie aus der Tiefe steigen die Klänge auf. Schillernd, atmosphärisch, dunkel und doch klar ist die Musik. Fast plastisch öffnen sich die Räume: links, rechts, oben, unten, vorn und hinten, Berg und Tal, fremd und vertraut. 

Die Band weiss jedoch mit diesen Gegensätzen umzugehen. Neben den manchmal dunklen und schroffen Klängen fühlt sich Barbara Bergers klare und ergreifende Stimme wie eine warme Umarmung an. 

Silberen haben sich der archaischen und unbequemen Volksmusik angenommen und interpretieren diese auf ihre Weise neu auf traditionellen Instrumenten. Immer echt und dringend.

Basierend auf meist alten Melodien und Texten erzählen die Lieder von Glück und Schmerz, vom Streben der Menschen nach Freiheit wie auch von Zwang, Suff und Verzweiflung.

Behutsam und virtuos transportieren Silberen die musikalischen Schätze der Vergangenheit in die Gegenwart, wo ihre Interpretationen in den besten Momenten zittern und beben wie die aufgeladene Luft vor einem schweren Sommergewitter. 

So trägt uns der Zauber dieser Lieder weit über das Tal hinaus in andere alpin gefärbte Klanglandschaften. Bis wir nicht mehr wissen, wie uns geschieht. 

Und das geschieht uns recht. Es ist die pure Faszination.